Ready to Drink ist ein Ausdruck, der in der Getränkewelt sehr häufig verwendet wird, doch bei genauerer Betrachtung der Kategorie zeigt sich sofort ein Problem: Sehr unterschiedliche Produkte werden oft mit demselben Namen beschrieben.
Eine Einzeldosen-Dose, eine 100-ml-Flasche und ein für mehrere Gläser konzipierter 500-ml-Cocktail können alle als Ready to Drink präsentiert werden, obwohl sie sich in Format, Alkoholgehalt, Servierweise und Konsumanlass stark unterscheiden.
Aus diesem Grund versucht das Osservatorio Delmire, die Kategorie nicht anhand der Marke, sondern anhand der konkreten Produkteigenschaften zu analysieren.
Das Ziel ist nicht festzulegen, welches Format besser ist. Es geht darum zu verstehen, was wir kaufen, wenn wir uns für einen fertig gemischten Cocktail entscheiden.
Ready to Drink bezeichnet nicht nur eine einzige Produktart
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Ready to Drink verwendet, um ein bereits fertig zubereitetes Getränk zu bezeichnen, das konsumiert werden kann, ohne den Drink aus den einzelnen Zutaten selbst zusammenstellen zu müssen.
Innerhalb dieser Definition existieren jedoch sehr unterschiedliche Produkte nebeneinander.
Man findet:
- Einzeldosen-Cocktails in der Dose;
- Einzeldosen-Cocktails in der Flasche;
- Degustationsformate;
- Flaschen mit mehreren Portionen;
- bereits gemischte Longdrinks;
- vorgemischte Klassiker unter den Cocktails;
- Produkte auf Basis von Spirituosen;
- Getränke auf Wein-, Malz- oder anderen Alkoholbasis.
Die Bezeichnung RTD erzählt daher nur einen Teil der Geschichte.
Ready to Drink und Ready to Serve: eine nützliche Unterscheidung
Auch internationale Branchenbeobachter unterscheiden mehrere Typen innerhalb der Welt der Fertigcocktails.
IWSR, ein auf die Analyse des weltweiten Marktes für alkoholische Getränke spezialisiertes Unternehmen, verwendet beispielsweise die Kategorie Ready-to-Serve, um Cocktails mit höherem Alkoholgehalt in größeren Formaten zu kennzeichnen, die in der Regel zum Teilen gedacht sind.
Dies ist eine interessante Unterscheidung, da sie etwas hervorhebt, das der einfache Begriff Ready to Drink nicht vermittelt: Die Größe der Verpackung verändert auch die Art und Weise, wie das Produkt verwendet wird.
Ein Einzeldosenformat kann für einen einzelnen Drink oder eine Verkostung gedacht sein. Eine größere Flasche hingegen kann für einen Aperitif, ein Abendessen, eine Veranstaltung oder für mehrere Personen bestimmt sein.
Für den Käufer kann dieser Unterschied nützlicher sein als die auf der Verpackung verwendete Terminologie.
Erste Variable: das Format
Die in der Verpackung enthaltene Menge ist eines der ersten Elemente, die es zu beachten gilt.
Einzeldosenformat
Es ist darauf ausgelegt, die Zubereitung auf ein Minimum zu reduzieren und eine Menge anzubieten, die in etwa einem einzelnen Glas entspricht.
Es kann besonders nützlich sein für:
- das Probieren eines neuen Cocktails;
- das Verkosten mehrerer Referenzen;
- die einfache Verwaltung von Portionen;
- das Servieren eines Drinks, ohne eine größere Flasche öffnen zu müssen.
Degustationsformat
Kleine Formate wie 100-ml-Flaschen können auch eine andere Funktion übernehmen: Sie ermöglichen es, mehrere Cocktails zu vergleichen, ohne eine ganze Flasche jeder Sorte kaufen zu müssen.
In diesem Fall wird das Format selbst Teil des Entdeckungserlebnisses.
Multi-Serve-Format
Größere Flaschen folgen einer anderen Logik.
Der Cocktail ist bereits fertig, aber die Verpackung enthält mehrere Portionen. Daher werden auch die Aufbewahrung, die Dosierung und die Angaben des Herstellers zur richtigen Art des Servierens wichtig.
Zweite Variable: der Alkoholgehalt
Zwei Ready-to-Drink-Produkte können sehr unterschiedliche Alkoholgehalte aufweisen.
Es gibt leichte Produkte, die als Longdrinks konzipiert sind, während andere Cocktails reproduzieren, die traditionell durch einen stärkeren Anteil an Spirituosen geprägt sind.
Ein vorgemischter Negroni beispielsweise folgt einer ganz anderen Logik als ein langer, verdünnter Drink.
Deshalb ist der Alkoholgehalt eine grundlegende Information, um das Produkt zu verstehen, nicht nur eine technische Information auf dem Etikett.
Er hilft nämlich besser zu verstehen:
- den Stil des Cocktails;
- die normalerweise servierte Menge;
- die Rolle der Verdünnung;
- den Unterschied zwischen einem Longdrink und einem konzentrierteren Cocktail.
Dritte Variable: Was ist die alkoholische Basis?
Die RTD-Kategorie bezeichnet nicht einmal eine einzige alkoholische Basis.
Es gibt Fertigcocktails auf der Basis von:
- Gin;
- Wodka;
- Rum;
- Tequila;
- Whisky;
- Aperitifs und Bitter;
- Wein;
- anderen fermentierten oder alkoholischen Grundlagen.
Die Kenntnis der Basis hilft, das Profil des Drinks besser zu verstehen.
Bei einem Cocktail auf Spirituosenbasis bietet zudem die Information, welche Spirituose verwendet wird, eine konkretere Aussage als allgemeine Beschreibungen wie „Premium-Cocktail“.
Vierte Variable: Hat der Cocktail eine erkennbare Identität?
Eine weitere Unterscheidung betrifft das Rezept.
Einige Produkte reproduzieren bekannte Cocktails wie Negroni, Margarita, Mojito oder Aviation.
Andere verwenden hingegen proprietäre Kombinationen, Aromatisierungen oder Interpretationen, die nicht direkt einem kodifizierten Cocktail entsprechen.
Keiner dieser Ansätze ist notwendigerweise überlegen.
Aber für den Käufer ist es nützlich zu verstehen, ob er sich für Folgendes entscheidet: